Glutealmuskeltraining

Eine der positiven Nebenwirkungen der QRS Pelvicenter rPMS ist der enorme muskuläre Trainingseffekt auf die Gluteal- sowie Beckenmuskeln. Diese Muskeln reagieren neben der Beckenbodenmuskulatur eindrücklich auf die rPMS Therapie mit einer Hypertrophie bzw. einem Kraftzuwachs. Sekundären Beobachtungen zufolge, scheinen auch die weiblichen Problemzonen am Po und den Oberschenkeln als „Nebenwirkung“ einer rPMS Beckenbodentherapie im Sinne eines „Body-Shaping“ und Anti-Cellulite-Effekts (Glättung der Cellulite-Konturen) deutlich zu partizipieren.


Die glutealen Muskeln für den Krafttransfer

Die Gluteusmuskulatur ist die grösste Muskelgruppe des Körpers, die dem sakroiliakalen Gelenk erst ermöglicht, Ladungen des Körperstamms in die Beine zu übertragen [1]. Zudem ist sie Bestandteil des „Cores“, dem reflektorischen Hauptstabilisierungselement bei allen Bewegungen. Es gibt wohl kaum eine Sportart, in der die Hüftabduktion nicht von wesentlicher Bedeutung ist. Seine Funktion wird vor allem durch den Gluteus medius (GMe) getragen [2], nachdem dieser z.B. das Becken in der Einbeinhaltung stabilisiert [3]

Dem Gluteus maximus (GM) kommt eine grosse Bedeutung zu, trägt er doch die Verantwortung für die Hüft-Extension und deren Aussenrotation [4],[5] und ist „der“ Muskel für das Klettern [6] und allgemein des Laufens, da er hier den Körperstamm gegen das Abbeugen stabilisiert [7]. Selbstverständlich trägt hierzu auch die Verbindung Gluteusmuskeln mit den Adduktoren und ischiocruralen- sowie den am Becken entspringenden Oberschenkelmuskeln bei.

Insgesamt ermöglichen die Gluteusmuskeln Bewegungen unter Gewichtsbelastung, da sie den Lasttransfer durch das Hüftgelenk unterstützen [8]. Sie verleihen dadurch eine lokale, strukturelle Stabilität und sichern so eine korrekte Knie- und Hüftausrichtung [9],[10]. Muskuläre Defizite verändern demzufolge die pelvi-femorale Biomechanik [11] und erhöhen vor Allem bei Athleten (auch wegen einer Disruption des Cores) die Verletzungsgefahr der unteren Extremitäten [12],[13],[14] ,[15],[16],[17],[18].

Ein auf den ersten Blick inferiorer Aspekt zur gesundheitlichen oder sportlichen Relevanz einer ausgeprägten Gluteausmuskulatur, ist der moderne Trend zur ästhetischen Selbstoptimierung. Der Wunsch nach Schönheit ist keine Erfindung unserer Zeit, doch ist die Optimierung und Gestaltung des eigenen Körpers heute für viele Menschen ein zentraler Lebensinhalt.


Cellulite

Zu den am meist verhassten, kosmetischen Problemen der Frau gehört die Cellulite (Orangenhaut). Sie ist in einer mehr oder minder ausgeprägten Form bei ca. 85 % (80 – 95 % [19],[20],[21]) aller erwachsenen Frauen, unabhängig ihrer ethnischen Herkunft, anzutreffen [22]. In unserer fett-phobischen Zeit mag der hohe Cellulite-Anteil verständlich sein, jedoch leiden auch „dünne“ Frauen ebenso an Cellulitezeichen, sogar sportliche Teenager oder Leistungssportlerinnen nicht vor der Cellulite gefeit. Zudem ist festzustellen, dass auch eine erhöhte Muskelmasse mit einer Cellulite negativ korreliert [23].

Cellulite ist streng genommen keine Erkrankung, sondern eine kosmetisch störende Bildung in Form von Dellen bzw. Mulden, vor allem im Gesässbereich, an den Oberschenkeln und am Bauch, wobei geschlechtsspezifische Besonderheiten im Hautaufbau, Alteration der Bindegewebssepten, Gefässveränderungen und Entzündungsprozesse eine Rolle spielen. Grundlage ist eine genetische Disponierung, die sich durch strukturelle Veränderungen der Dermis und mikrozirkulatorischen Veränderungen bemerkbar macht.

Meist spielen inadäquate, aber dafür umso exzessivere Fettspeicherung im Unterhautfettgewebe (Hypodermis) eine Rolle, wobei überquellenden Fettzellenspeicher auf die darüber liegenden Hautschichten (Dermis und Epidermis) drücken, so dass sich an der Oberfläche die unschönen Wellen bilden [24]. Zudem steht eine anatomische Besonderheit der Frau dahinter, die sich wegen einer erhöhten Dehnungsfähigkeit des Bindegewebes (Schwangerschaft) von der des Mannes in ihrer Gewebestruktur unterscheidet.

Die oberste Schicht des subkutanen Gewebes (Hypodermis) besteht aus freistehenden Fettzellkammern („gefüllt mit Fettzellen“), getrennt voneinander durch vertikale Bindegewebs-Septen [25],[26],[27],[28]. Bei einer genetisch-hormonell prädisponierten Zunahme der Fettzellen [29], richten sich diese in ihrem räumlichen Erweiterungsdrang im Sinne der Dynamik des geringsten Widerstands nach oben aus. Das verschlechterte Erscheinungsbild einer Cellulite bei Gewichtszunahme wird auch damit erklärt, dass die durch die Septen bedingte Fixierung der Haut an die Faszie automatisch eine Vertiefung bedingt [30].

Bei Männern hingegen verhindert ein querer Septenverlauf einen vertikalen Druckausgleich. Eine Cellulite hat auch einen selbstverstärkenden Effekt, denn durch die Vorwölbung des Gewebes zwischen den Septen verschlechtert sich die Durchblutung und der Lymphabfluss.


QRS Pelvicenter Wirkung

Die rPMS ist ein Widerstandstraining und aktiviert immer das Wachstumshormon IGF-1 [31]. Dieses besitzt starke anabole Eigenschaften [32] und ist noch bis zu 72 Stunden nach einem Training auf einem hohen Level [33]. Ausserdem erhöht sich auch die Androgen-Rezeptorendichte. Ebenso wie IGF-1 wird Testosteron durch ein Training bzw. durch starke Muskelkontraktionen aktiviert, was die Protein-Syntheserate erhöht und den Proteinabbau verhindert [34].

Grundsätzlich führt ein Training (widerstands- bzw. intensitätsabhängig) zu Mikroverletzungen, auf die eine Entzündung mit kataboler Reaktion erfolgt [35],[36]. Diese Muskeldegeneration stimuliert diejenigen Reparaturprozesse, bei denen sog. Satellitenzellen eine wichtige Rolle spielen. Diese sitzen zwischen Sarkolem und Basalmembran [37],[38] und treten als „myogene Stammzellen“ erst nach Verletzungen und Reparaturvorgängen innerhalb von 24 Stunden auf den Plan [39],[40].


Behandlungsumfang und Therapiezeitraum

Mit dem rPMS-Wirkfeld des QRS Pelvicenters kann durch entsprechend vorhandene Einstellmöglichkeiten der Behandlungsschwerpunkt auf die Gluteus Muskelgruppe gerichtet werden. Zudem kann die Wirkfeldfrequenz insoweit angepasst werden, dass eine hohe Durchblutungssteigerung im Gluteusbereich ermöglicht wird. Die Intensität kann so gewählt werden, dass die muskuläre Last (Widerstand) über der einer Beinpresse oder Kniebeugen liegt, jedoch bei ungleich weniger Anstrengung.

Im Regelfall ist ein Kraftzuwachs ab der 10. Therapiesitzung sehr wahrscheinlich. Eine Verbesserung der Körpersilhouette sowie eine Verbesserung von Cellulite-Konturen ist in einem Zeitraum ab der 10. bis zur 20. Behandlung zu erwarten. Der positive Nebeneffekt, nämlich die Stärkung des gesamten Cores tritt – unabhängig von Alter und Geschlecht – in der Regel ab der 10. Therapiesitzung auf dem QRS Pelvicenter auf.


Zusammenfassung

Die Schönheitsindustrie hat die Pelvicenter rPMS schon für sich entdeckt, weil sich diese hocheffektive Muskelstimulationen der Gesässmuskeln sowohl auf die Kraftentwicklung, als auch auf die Formung der Körpersilhouette sowie auf vorhandene Cellulite-Konturen positiv auswirkt.

Dies mit dem nützlichen Nebeneffekt, die muskuläre Performance nicht nur sichtbar zu machen, sondern mit einem starken Zugewinn an Muskelkraft und einer vor allem im Alterungsprozess so wichtigen Verbesserung der Balancefähigkeit. Mit dem QRS Pelvicenter funktioniert zuvor beschriebenes nicht nach dem Prinzip Hoffnung, sondern auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Studienlage.


Quellen

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